| Einen Tag zurück | Startseite | Einen Tag weiter |
Nach der schönen Tour gestern habe ich mir für heute vorgenommen, ebenfalls etwas länger zu wandern. Mit der neuen Karte macht es gleich viel mehr Spaß, einen Weg herauszusuchen. Für die nächste Reise muss ich mir merken, dass Wandern mit dem richtigen Kartenmaterial sinnvoller ist. Eigentlich eine Binsenweisheit, aber manchmal wird man halt nur durch Erfahrung klug.
Außerdem schaffe ich es endlich, auch passend früh aufzustehen, um nicht erst mittags in der Hitze loszugehen und mich später zu ärgern, dass nicht genug Zeit für einen großen Rundweg bleibt. Nach einem Frühstück im arnold's auf der Kloof Street, das mir beim Vorbeifahren schon häufiger aufgefallen ist, möchte ich nach Tokai fahren. Dort gibt es am Rand einer Baumplantage das Arboretum, eine Art Zoo für Bäume. Hier sind auf wenigen Hektar sehr viele Baumarten gepflanzt. Ein Spaziergang durch diesen Park und durch die Plantage führt zu einer Stelle, an der man auf den 928m hohen Constantiaberg aufsteigen kann. Bin hervorragend gerüstet und hoch motiviert.
|
|
| arnold's an der Kloof Street. |
Beim Frühstück merke ich jedoch, dass mein Magen ungewohnt vor sich hin grummelt und dass ich mich auf einmal sehr schwach fühle -- als ob sich ein grippaler Infekt in mir breit machen würde. Das kann ich an einem solchen Tag gar nicht gebrauchen. Ich versuche, das beiseite zu schieben und fahre über die Stadtautobahn an Kirstenbosch vorbei nach Tokai. Als ich dort ankomme, geht es mir allerdings kaum besser. Eher im Gegenteil. Die ersten paar hundert Meter schleppe ich mich noch durch den Wald, bis ich anerkenne, dass trotz bester Vorsätze eine anstrengende Wanderung heute nicht zu machen ist. Ganz blöd. Statt durch den Wald in Richtung Constantiaberg zu wandern, lege ich mich auf einen flachen Felsen in die Sonne und entspanne mich eine Dreiviertelstunde. Danach geht es schon etwas besser, aber den ursprünglichen Plan für den Tag muss ich wohl begraben.
|
|
|
| Ausruhplatz im Wald bei Tokai. | |
Stattdessen überlege ich, welche Alternative sich anbietet. Vielleicht kann ich ja eine kürzere Wanderung, bzw. einen Spaziergang anstreben. Es bietet sich der Silvermine See an, der in einigen Kilometern Entfernung in einer Senke auf dem Berg liegt. Dort kann man mit dem Auto ranfahren und vielleicht ein wenig spazieren gehen.
Nach einer knappen halben Stunde Fahrt erreiche ich das Zollhäuschen am Eingang des Parks. Weswegen ich hier Eintritt zahlen muss, ist mir nicht unmittelbar klar. Doch das ändert sich, als ich den Parkplatz erreiche. Hier steht ein Parkwächter, der nicht mal Geld dafür haben möchte, dass er auf die Autos aufpasst. Außerdem sind rund um den See Grillplätze angelegt, an denen schon an diesem frühen Nachmittag einige Gruppen ihr Braais zelebrieren. So ist der Eintritt in den Park eher eine Art Nutzungsgebühr für die Grillplätze.
|
|
|
|
| Silvermine | ||
Ich gehe einige hundert Meter um den See herum und zweige an der westlichen Ecke auf einen Weg ab, der durch das Gebüsch führt. Riesige Insekten fliegen langsam um die Blüten eines violett blühenden Baumes herum. Hunderte davon. Zu meiner Beruhigung interessieren sie sich aber nicht so sehr für mich.
|
|
| Bsssssss... machen die fetten, schwarzen Fluginsekten. |
Im Laufe des Weges fühle ich, wie meine Kräfte wieder erstarken. Statt eines kurzen Spaziergangs rund um den See, gehe ich doch ein paar Meter den Berg hoch und folge dabei einem befahrbaren Feldweg. Ehe ich mich versehe, stehe ich genau an der Stelle, an der ich gestern den Endpunkt meiner Wanderung gesetzt habe und den Rückweg angetreten habe. Ich bin sehr zufrieden, auf diese Weise dem gestrigen Tag noch einen gewissen Abschluss verliehen zu haben. Es ist fast auf die Minute genau 24 Stunden her, dass ich diesen Punkt von der anderen Seite her erreicht habe. Und wirklich genau um diese Zeit genau an dieser Stelle kommt mir ein einsamer Wanderer entgegen. Über den Weg, den ich gestern vermutlich genauso gewandert bin. Nur, dass ich gestern niemanden an dieser Stelle getroffen habe, der mich etwas entgeistert angeschaut hat -- so wie ich heute den anderen Wanderer...
Auf dem Rückweg nach Kapstadt fahre ich noch bei dem Pick 'n Pay vorbei, bei dem ich schon am zweiten Tag eingekauft habe. Morgen abend ist mein letzter Abend in der Tamboerkloofroad und ich habe die Mitbewohner zum Essen eingeladen. Es soll Lasagne geben. Bis auf das Fleisch kaufe ich alles hier, sogar Lasagnenudeln von Barilla kann man hier kaufen. Was nur wirklich nervt an diesem Land, ist, dass man in Supermärkten kein Bier kaufen kann.
Abends mache ich nichts mehr, bis darauf, dass ich Matthias noch bei einer Party vorbeifahre, die in Adams anderem Haus in der Gegend bei Tomke und Timo stattfindet. Er fragt mich noch, ob ich mit reinkommen will, aber mir ist nicht danach: Morgen früh ist die Township Tour angesagt und ich werde um neun Uhr abgeholt. Und ein wenig schwach fühle ich mich abends auch noch.
| Einen Tag zurück | Startseite | Einen Tag weiter |
|
Copyright (c) 2005 Alexander (reiseberichte@barmblognord.com).
This work is licensed under a Creative Commons License.
|
|
| http://barmblognord.com | |