Montag, 03.10.2005

London Heathrow, Hamburg

Ein ganz, ganz ätzender Tag. Obwohl er eigentlich ganz gut beginnt. Ich wache auf, während die Boeing 747 Frankreich überquert. Es ist ein schöner Herbsttag in Westeuropa. Bei der Überquerung des Ärmelkanals reißen die letzten Wolken auf und ich kann sehr gut beobachten, wie nah Frankreich und Großbritannien beieinander liegen.

Es ist noch früh am Morgen, vermutlich werden wir früher als geplant in Heathrow landen. Das passt mir prima, denn so habe ich vielleicht noch Chancen, auf den frühen Flug nach Hamburg umgebucht zu werden und nicht erst nach sieben Stunden Wartezeit nach Deutschland weiterzufliegen. Doch meine Hoffnungen schwinden, als der Captain ankündigt, dass wir noch einige Warteschleifen fliegen müssen. Wir haben schon viel Höhe verloren und fliegen in 3000m über London. Es ist morgens, gegen 6 Uhr und die Stadt wacht auf, bzw. fährt schon zur Arbeit. Der Himmel ist sehr klar und die Sicht ist grandios. Greenwich, die City, der Hyde Park -- alles zieht langsam unter mir vorbei.

Leider muss ich heute den Terminal wechseln. Dafür steht ein Bus Shuttle zur Verfügung. Im Gegensatz zu sonst bemühe ich mich, das Flugzeug sehr schnell zu verlassen, um möglichst früh am Flight Connection Centre zu sein. Hier will ich fragen, ob man mich und mein Gepäck noch auf den Flug um 08:15 buchen kann. Bei der Buchung ging das nicht, weil die Umsteigezeiten zu kurz gewesen wären. Heathrow schreibt vor, dass man 75 Minuten zum Umsteigen haben muss, ich hätte nur 70 Minuten gehabt. Da wir aber nun 20 Minuten früher da sind, besteht Hoffnung.

Doch diese Hoffnung ist trügerisch. Freundlich lächelnd teilt mir die BA-Mitarbeiterin mit, dass ich nicht umgebucht werden kann, da ich ja Gepäck eingecheckt habe. Wie blöd. Vor drei Jahren war ich in Seoul in einer ähnlichen Situation, da war das kein Problem. Aber der Gepäcktransport ist in Heathrow offenbar nicht so gut organisiert wie in Seoul.

Was den Tag aber zu einer echten Katastrophe macht, ist, dass ich beim Aussteigen nicht nochmal die Sitztasche vor mir kontrolliert habe. Ich finde jedenfalls meine Kopfhörer nicht mehr. Sie waren im selben Täschchen wie meine speziell angefertigten Lärmstopp-Ohrstöpsel. Wenn ich das verloren haben sollte, wird das ein teurer Spaß. Obwohl ich alle meine Taschen mehrfach durchgehe, finde ich nichts.

Ich klage mein Leid den BA-Mitarbeiterinnen an einem Informationsstand. Sie bemühen sich, dass mein Platz auf dem letzten Flug erneut kontrolliert wird. Eine Stunde später habe ich aber Gewissheit: Das Täschchen ist weg und ich könnte mir in den Hintern beißen, dass ich so unvorsichtig war.

Dieser Frust hilft nicht, das Warten auf den Weiterflug zu verkürzen. Sieben Stunden ziehen quälend langsam ins Land. Periodisch prüfe ich nach, ob endlich das Gate für den Flug nach Hamburg bekannt gegeben wird, aber erst gegen 13:30 ist es soweit.

Als wir dann im Flugzeug sitzen, dauert es nochmal zusätzliche 45 Minuten, bis wir losfliegen. Ein Passagier ist nicht aufgetaucht und nun muss sein Gepäck herausgefischt werden. Ich bin unruhig und habe Hunger. Als die Kabinencrew auch noch durchsagt, dass es auf diesem Flug keinen Imbiss gebe (der Streik des Caterers wirkt immer noch nach), werde ich stinkig.

Das einzig Positive ist, dass das GPS Gerät auch in diesem Flugzeug Empfang hat, wenn auch schlechten. Ich schalte es auch nicht während Start und Landung ab -- wenn es einem Canadair Jet nichts ausmacht, wird auch dieser Airbus nicht gestört werden. Das Wetter auf dem Flug ist fein. Wir passieren die Nordsee und fliegen über die Ostfriesischen Inseln und den Jadebusen in Richtung der Elbmündung. Die Landung in Hamburg erfolgt über die nördliche Einflugschneise. Nun bin ich fast zu Hause.

Armer Eckart: Immer, wenn er anbietet, mich vom Flughafen abzuholen, habe ich eine Stunde Verspätung.


Copyright (c) 2005 Alexander (reiseberichte@barmblognord.com).
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