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Um 05:30 Uhr ist die Nacht für mich zu Ende; ein wenig Tribut ist der Zeitverschiebung von 12 Stunden offenbar doch zu zollen. Besonders müde bin ich nicht, also lese ich im Bett, bis um 7 Uhr das Kinderprogramm beginnt. Noah und Nico werden wach und bevölkern das Wohnzimmer. Den Vormittag über hänge ich herum. Auf das Frühstück verzichte ich, weil Björn und ich uns für den Vormittag zu einem auswärtigen Frühstück im Tongue & Groove verabredet haben. So warte ich darauf, dass er aus der Werkstatt zurückkommt. Gegen 11 Uhr nimmt der Hunger langsam Überhand. Kim hat ein Einsehen und schlägt vor, schonmal in den Ort zu fahren und im Café auf Björn zu warten. Wir sind gerade dabei, aufzubrechen, als Björn nach Hause kommt und wir endlich los können. Wegen der Kindersitze fahren wir mit zwei Autos. Da Noah will, dass ich fahre, gewöhne ich mich direkt wieder an den Linksverkehr. Geht sehr gut, ich fühle mich gar nicht unsicher.
Im Tongue & Groove Café gibt es für mich die ersten Eggs Benedict dieses Urlaubs. Lecker! Nach dem späten Frühstück laufen wir ein wenig über die Bow Street und klappern die Geschäfte ab: Den Video Store, die Art Gallery. Leider ist Megan nicht da, ich hätte ihr gerne guten Tag gesagt.
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| Kim und Noah beim Frühstück | Eggs Benedict, Tongue & Groove Style |
Nachmittags fahren Björn und ich zum Antrittsbesuch zur Raglan Joinery. Der Laden hat sich -- genau wie das Haus in der Roberstson Street -- sehr verändert. Die große Halle, die beim letzten Mal noch leer stand, ist in Betrieb genommen worden. Der alte Werkstattraum, der deutlich kleiner ist, wartet darauf, irgendwann mal zu einem Showroom umgebaut zu werden. Sogar ein kleines Büro hat Björn sich eingerichtet. Der Laden macht insgesamt einiges her und vermittelt einen viel professionelleren Eindruck als im Dezember 2002. Nur der Pausenraum hat sich nicht verändert. Hier riecht es etwas streng und ein bisschen Renovierung täte dem Raum vielleicht auch ganz gut.
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| Ein neues Firmenschild, ein neues Corporate Design | Der Dienstwagen, mit dem ich schon aus Auckland abgeholt wurde | Schamloses Product Placement im Reisetagebuch |
Ken arbeitet immer noch in für Björn, doch den anderen Mitarbeiter kenne ich noch nicht. Markus ist zwar ein alter Schulfreund meines Bruders, doch wir sind uns beide einig, dass wir uns nicht mehr aus Düsseldorf kennen. Offenbar ist er erst in Erscheinung getreteten, als ich schon aus Düsseldorf weggezogen war.
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| Die neue Halle: Man beachte die professionelle Absauganlage | Markus, aber wir kennen uns nicht. | Ob Kim von dieser Kiste weiß? |
Eher zufällig tauchen Megan und Pete in der Werkstatt auf. Björn hat Fenster und Türen ihres neuen Hauses gebaut und nun gilt es noch, einigen Papierkram zu erledigen, damit auch der Building Inspector glücklich ist. Wir einigen uns darauf, dass Björn und ich etwas später bei den beiden vorbeischauen, Björn möchte noch Fotos von der Vordertür des Hauses machen. Bis dahin erledigen wir ein paar Einkäufe. So erstehe ich als Ersatz für die im Flugzeug zerstörten Stifte einen neuen Tintenroller, dessen durchsichtige Tinte auf dem Papier blau wird (Pure Alchemie!), eine Landkarte der Südinsel und eine große Flasche Sonnenschutz. Das Produkt der Cancer Society gibt es nicht mehr, aber die No-Ad Ware mit Lichtschutzfaktor 30 wird auch helfen.
Gegen 17 Uhr fahren wir dann zu Megan und Pete heraus. Das Haus liegt etwas außerhalb von Raglan, abseits der Straße nach Hamilton. Es beeindruckt mich sehr. Pete ist Architekt und hat sich bei dem Neubau voll und ganz ausgetobt. Björn meint zwar später, dass es teilweise etwas zu detailverliebt sei, aber ich bewundere die klaren Linien und die großzügige Raumaufteilung. Während Pete und Björn ihre Dinge besprechen, zeigt mir Megan die Bilder, die sie bei einer kommenden Ausstellung präsentieren will. Sie sind alle sehr schön und es juckt mir schon etwas in den Fingern, sie nach einem Preis zu fragen. Auf dem Rückweg holen wir beim Thai Take-Away einige Currys zum Abendessen.
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| Das neue Haus von Megan und Pete Daniels | ||
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| Megan, Björn und Pete | Megan in ihrem Studio | Blick von der Terrasse auf den Raglan Harbour |
Für mich heißt es auch schon wieder, den Rucksack zu packen. Morgen geht der "allein reisen" Teil dieses Urlaubs los. Ich werde auf die Südinsel fliegen und mich dort zwei Wochen herumtreiben. Björn und ich verabreden, dass wir am Dienstag morgen gemeinsam nach Hamilton fahren. Er hat dort noch einige Dinge zu tun und kann mich gut am Flughafen absetzen. Inzwischen hat sich der Eindruck verfestigt, dass die eineinhalb Tage in Raglan doch ein wenig zu kurz waren. Von Björn, dem Rest der Familie und vom Ort habe ich nur wenig mitbekommen. Über den Tag hinweg reift der Entschluss, den ursprünglichen Reiseplan zu kippen und statt der Tage im Northland am Ende der Reise noch einmal für ein paar Tage nach Raglan zurückzukehren. Dann kann ich mir auch endlich die Bridal Veil Falls anschauen und vielleicht auch eine Wanderung auf den Mt. Karioi unternehmen -- zwei Dinge, die ich schon beim letzten Mal vorhatte und nicht geschafft habe.
Abends bin ich todmüde und falle um kurz nach neun Uhr ins Bett. Nicht einmal lesen geht nicht mehr.
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