Donnerstag, 25.11.2004

Raglan

Was für ein langer und fauler Tag. Ich schlafe lang, hänge im Haus herum, lese meine Email, schaue Fotos an und spiele mit Nico. Erst am Nachmittag gehe ich in den Ort, um beim Information Centre ein paar Informationen über die Wanderwege am Mt. Karioi einzuholen. Die beiden Ladies in dem Büro sind ein wenig kurz angebunden, erst als ich der einen erzähle, dass ich hier bei einem Freund wohne, taut sie ein wenig auf. Das Infomaterial ist ziemlich spärlich. Ein kopierter Zettel, auf dem ein Stadtplan handschriftlich vergrößert wurde, um die beiden Straßen um den Berg einzuzeichnen. Und ein paar Strichelchen für den Weg über den Berg. Hm, da hatte ich mir etwas mehr versprochen, vielleicht eine DOC Broschüre oder so. Egal, Björn wird mir ebensogut sagen können, wo ich wandern soll.

Aus dem geplanten am-Ufer-sitzen-und-lesen wird nichts, da es heute zwar sonnig, aber dafür auch ziemlich windig ist. Stattdessen statte ich den Jungs in der Werkstatt einen Besuch ab. Seamus ist auch da, hat sogar einen Karton Bier mitgebracht. Ist eigentlich viel zu früh für Bier, doch für so feingeistige Dinge wie "Kein Alkohol vor 6" sind die Jungs sicher schwer zu begeistern. Verdammter Gruppendruck, das Bier schmeckt aber. Ein Kunde platzt in die fröhliche Runde. Mitch braucht ein neues CD-Regal. Wir versuchen, ihm zu entlocken, wieviele CDs darin wohl Platz finden sollen, doch er weiß es nicht. Den Abmessungen nach, die er an der Wand skizziert, sind es wohl einige tausend. Mitch ist, wie Björn mir später erzählt, ein recht bekannter Musiker in Neuseeland. Den Nachnamen habe ich nicht mitbekommen. Muss Björn bei Gelegenheit nochmal fragen.

Björn hat noch ein wenig zu tun und ziehe allein los. Heute bin ich mit dem Kochen dran, aber bis dahin ist noch ein wenig Zeit. Die verbringe ich mit einer großen Tasse Chai Tea und einem sehr leckeren Brownie im Tongue & Groove Café. Der Laden sieht ja klasse aus, das Essen ist sehr gut, aber das Personal ist heute unter aller Sau. Nur weil ich die Mädels hinter der Theke beim Glückwunschkarten unterschreiben gestört habe, muss man mir doch nicht so den Teller hinknallen, oder?

Abends koche ich die gebackene Hühnerbrust mit Risotto. Ist immer aufregend, ob ein Gericht auch in einer fremden Küche gut funktioniert. Von der Hühnerbrust bin ich etwas enttäuscht: sie besteht zu großen Teilen aus Fett. Jack freut sich darüber, aber das will nicht viel heißen. Dieser verrückte Hund freut sich über alles. Das Essen ist aber trotzdem lecker. Ich verabrede mit Björn, dass ich am nächsten Tag das Auto haben kann, um zum Mt. Karioi zu fahren und endlich diese Wanderung zu machen.

Außerdem bekommt Noah heute den Lego Knight. Er freut sich ziemlich darüber. Leider klappt der Zusammenbau nicht so gut, da ich in der Konkurrenz zu dem "Hook" Video eindeutig die zweite Geige spiele.

Nachts macht sich ein ziemlich großes Unwetter über Raglan her. Es wird richtig kalt unter der dünnen Wolldecke, die sonst immer ausreichend warm war. Nehme meinen Schlafsack hinzu, dann geht es ganz gut. Kann ich im nächsten Leben bitte weniger kälteempfindlich sein?

Thumbnail zu img_1228.jpg (Öffnet neues Fenster)
Sonnenuntergang über dem Raglan Harbour

Copyright (c) 2004/2005 Alexander (reiseberichte@barmblognord.com).
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