Freitag, 03.12.2004

Sydney, Bangkok

Am letzten Morgen dieser Reise klingelt der Wecker um 07:30. Habe ein wenig Panik vor dem Packen -- ob ich wirklich alles wieder so in den Rucksack bekomme, dass er nicht platzt? Nach dem Duschen und Rasieren mache ich mich an die Arbeit. Die anderen im Zimmer sind zum Glück auch schon wach, ich muss also nicht leise sein. Zwanzig Minuten später bin ich einigermaßen erleichtert: Der große Rucksack ist fest geschlossen, der kleine ist für den Tag und für die Reise gepackt. Der große Rucksack kommt ins Schließfach im Hostel, den kleinen ziehe ich auf den Rücken. Nun kann's losgehen zum Frühstück.

Dazu gehe ich zu Fuß nach Surry Hill, etwa eine halbe Stunde zu Fuß vom Wake Up! entfernt. Dort gibt es ein schönes Café namens "Lemon". Der Name ist hier Programm: Große Teile des Inventars sind gelb, überall sind Zitronen zu sehen. Zum Frühstück esse ich das "Spicy chorizo breakfast", Fladenbrot mit gerösteter Chorizo. Dazu gibt es Tee und den Sydney Morning Herald. Fast zwei Stunden sitze ich hier, bevor ich mich langsam wieder auf den Rückweg zum Hostel mache. Unterwegs fange ich noch ein paar Straßenszenen mit der Kamera ein und checke ein letztes Mal auf dieser Reise meine Email.

Thumbnail zu img_1612.jpg (Öffnet neues Fenster)
Lemon, 393 Crown Street

Das KST Shuttle, mit dem ich schon vom Flughafen hierher gefahren bin, fährt um 14:35 vor dem Wake Up! ab. Die Fahrt zum Flughafen ist eine halbe Stadtrundfahrt. Der Fahrer ist verzweifelt auf der Suche nach Fahrgästen und klappert jedes Hotel ab. Nach einer halben Stunde gibt er auf und verlässt die Innenstadt in Richtung Airport. Wir fahren direkt zum International Terminal, den wir um 16:00 erreichen. Das Shuttle ist zwar angenehm preiswert, aber fast 90 Minuten sind doch eine lange Fahrt. Den Check-In Schalter finde ich schnell, obwohl genau der Monitor, auf dem mein Flug angekündigt ist, ausgefallen ist.

Thumbnail zu img_1652.jpg (Öffnet neues Fenster)
Auf diesem Bildschirm sollte mein Flug stehen. Doch er ist abgestürzt.

Nach zwanzig Minuten in der Schlange erhalte ich wieder drei Bordkarten: SYD - BKK, BKK - FRA, FRA - HAM. Erstaunlich: für den Flug von Frankfurt nach Hamburg hat sogar schon jemand vor mir eingecheckt, ich habe die Boarding-Nr. 2. Obwohl der Flug ja erst in etwa 24 Stunden losgeht. Im Wartebereich am Gate muss ich noch eine Steckdose suchen, um den iPod nochmal aufzuladen. Das habe ich sowohl im Hostel als auch im Café heute morgen vergessen. Nach einigem Suchen finde ich eine Steckdose am Zugang zu den Toiletten. Einmal schaut ein Flughafenangestellter etwas nervös, als er das kleine, weiße Gerät an der Steckdose sieht, doch ich kann ihn schnell beruhigen, dass das keine Bombe ist.

Das Boarding dauert mal wieder ewig. Im Flugzeug sitze ich wieder weit vorne, direkt neben der Küche. Das Essen bei Thai ist ja ganz OK, aber der Essensgeruch beim Zubereiten schlägt mir doch etwas auf den Magen. Für das Teilstück bis Bangkok nehme ich mir vor, nicht zu schlafen, damit ich auf dem Flug nach Frankfurt eine halbwegs normale Nacht habe und zeitlich akklimatisiert morgens in Frankfurt aufwache. Um wach zu bleiben, muss ich aber zwei Filme schauen: "A Shark Tale" ist ja noch nett, aber "Catwoman" hinterher ist eine echte Qual. Immerhin schaffe ich es, nicht einzunicken.

Um 22:30 Uhr Ortszeit kommen wir in Bangkok an. Die Umsteigezeit ist kurz, ich habe nur eine Stunde bis zum Weiterflug. Das Abfluggate finde ich schnell. Dort ist schon halb Deutschland nach dem Thailand-Urlaub versammelt. Einige der Urlauber scheinen nicht einen einzigen Sonnenstrahl ausgelassen haben, so rot bis braun ist ihre Haut. Hautärzte würden die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, ich finde, es sieht zum Teil echt fies aus. Außerdem ist es mal wieder sehr seltsam, so viele Landsleute auf einen Haufen zu sehen. Wenn sie doch alle nur ein bisschen weniger reden würden.

Das Boarding geht dieses Mal nicht über eine Gangway, sondern über Busse auf dem Flugfeld. Ich sitze neben zwei älteren Männern, die ganz offensichtlich zusammen reisen, aber auf dem ganzen Flug nicht ein einziges Wort miteinander sprechen. Mit mir auch nicht. Ist mir aber auch egal, denn ich bin hundemüde. Der Schlaf übermannt mich schnell. Nach fast zwölf Stunden erreichen wir Frankfurt morgens um kurz vor sechs Uhr.

Die Ankunft ist irgendwie niederschmetternd: Der Beamte des Bundesgrenzschutz schaut mich kaum an, reagiert nicht auf "Guten Morgen", als ich ihm den Pass unter der Scheibe durchreiche. Ich mag gar nicht an die freundliche Frau bei der Ausreise aus Neuseeland denken. Schnell finde ich mein Gate für den Weiterflug nach Hamburg. Dort muss ich noch über zwei Stunden verbringen, bis es weitergeht. Die Maschine hat Startschwierigkeiten, weswegen wir erst mit einer halben Stunde Verspätung einsteigen können. Bin etwas nervös wegen der Verspätung, weil Eckart am Flughafen in Hamburg auf mich wartet und ich ihn nicht anrufen kann -- mein Telefon geht ja nur mit Netzteil wieder an. Mit einer Dreiviertelstunde Verspätung beginnt das übliche Prozedere beim Einsteigen. Die letzte Stunde an Bord eines Flugzeugs geht schnell rum. Dafür kommt mir das Ausladen des Gepäcks ewig vor. Endlich, um Viertel vor zehn trete ich durch die Tür in die Ankunftshalle. Eckart wartet schon.


Copyright (c) 2004/2005 Alexander (reiseberichte@barmblognord.com).
This work is licensed under a Creative Commons License.
Creative Commons License
Valid XHTML 1.0! Valid CSS!
http://barmblognord.com