Sonntag, 07.11.2004

Sydney, Auckland

Morgens gegen 06:30 Uhr landen wir zu einem kurzen Stop in Sydney. Alle Passagiere müssen das Flugzeug verlassen. Die Passagiere nach Auckland werden einem Sicherheitscheck unterzogen. Zwar darf ich dieses mal die schweren Schuhe anbehalten, muss dafür aber den Gürtel ablegen, bevor ich durch die Sicherheitsschleuse gehe. Die Pause im Abflugbereich ist kurz, die Zeit reicht gerade mal, sich die Zähne zu putzen. Bald werden wir wieder zum Einsteigen aufgerufen. Erstaunlicherweise sieht das Flugzeug aus wie neu. Der ganze Müll ist entfernt, die Gurte liegen adrett gekreuzt auf den Sitzen. Das letzte Teilstück dieser langen Flugreise ist ruhig. Ich höre zwei Episoden des "Lord of the Rings" Hörspiels.

Nach zwei Stunden ist im Süden Mount Taranaki zu erkennen. Das erste Stück Neuseeland dieses Jahr! Die schneebedeckte Bergspitze erhebt sich in den strahlend blauen Himmel. Aus der großen Entfernung sieht es aus wie eine einzelne Wolke, doch auch ein wenig Fels ist zu erkennen. Je mehr wir uns Neuseeland nähern, desto deutlicher wird, dass der Name Aotearoa ("Land der großen weißen Wolke") nicht ohne Sinn ist: Über dem Meer ist es wolkenlos, aber über dem Land hängt eine hohe, dünne Wolkenschicht. Eine halbe Stunde später landen wir auf dem Auckland International Airport. Pat gibt mir vor dem Aussteigen noch ihre Telefonnummer, falls ich mal nach Auckland komme. So bekomme ich auch mal eine Telefonnummer, der ich keine weitere Beachtung schenken werde.

Nach dem Aussteigen der erste Test: Geht das Telefon? Ja, es funktioniert. Es ist kurz vor 13 Uhr, also schon nach Mitternacht in Deutschland und die kleine Schwester wird 30. Sie "freut sich kaputt" über meinen Anruf. Das ist schön. Zweiter Test: Auch der Geldautomat akzeptiert meine EC-Karte und gibt mir die ersten 200 NZD. Diese Banknoten aus Kunststoff fühlen sich im ersten Moment etwas ungewohnt an.

Der Weg durch Immigration und Zoll dauert etwas länger, denn durch das Telefonat habe ich meine Pole Position der zweiten Sitzreihe verscherzt. Doch nach zwanzig Minuten in der Schlange habe ich die Einreisegenehmigung und hole mein Gepäck ab. Der MFA-Beamte inspiziert die Sohlen meiner Wanderschuhe (es lohnt sich also, die Schuhe bereits im Flugzeug zu tragen. Man spart sich das Öffnen des Gepäcks an dieser hektischen Stelle), die Rucksäcke werden in der Quarantäne-Zone geröntgt, und dann öffnet sich die Automatiktür und ich laufe in die Menge der Wartenden und Abholer. Björn steht direkt vor mir und wir begrüßen uns sehr herzlich.

Beim Heraustreten aus dem Terminal ist es ziemlich warm. Zum Glück nicht so ein Schlag ins Gesicht wie in Bangkok, aber so knapp unter 30 Grad werden es schon sein. Björn ist mit dem Firmenwagen da und schnell sind wir auf dem Weg durch das südliche Auckland nach Raglan.

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Angekommen, ab nach Hause Highway 1, Southbound

Der Weg kommt mir dieses Mal recht kurz und halbwegs vertraut vor. Die große Baustelle, an der vor zwei Jahren schon gebaut wurde, ist immer noch nicht fertig, das nicht mehr benutzte Gaskraftwerk steht als Industrieruine in der Gegend herum. Zum Glück werde ich nicht todmüde, der Schlaf in der Nacht hat offenbar doch gereicht.

Raglan

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Ortseingang Raglan

Als wir ankommen, ist es ruhig im Haus. Kim ist mit den Kindern unterwegs. Beim Betreten des Hauses haut es mich fast um: Der Geruch im Haus aktiviert auf einen Schlag einen ganzen Haufen Erinnerungen. Auf einmal fühle ich mich zwei Jahre zurückversetzt.

Das Haus ist zwar dasselbe wie 2002, aber man sieht sofort, dass eine ganze Menge daran getan wurde. Besonders das Obergeschoss hat sich stark verändert. Der Fußboden ist nun vollständig verlegt. Durch viele neue Fenster und eine neue Terrassentür fällt viel Licht in den Raum. Mir war ja klar, dass Björn hier noch viel machen wollte, doch ich bin sehr beeindruckt davon, wie gut es geworden ist. Außerdem liegt deutlich mehr Spielzeug herum -- aber das ist ja kein Wunder, da sich ja auch die Anzahl der Kinder verdoppelt hat.

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Bei Björn und Kim zu Hause. Das Haus ist ganz schön verbessert seit dem letzten Mal.

Schnell packe ich mein Gepäck in den kleinen Seitentrakt im oberen Stockwerk. Letztes Mal war das noch der Raum für Gäste, nun ist es Noahs Zimmer, doch er hat schon gesagt, dass ich dort schlafen darf (lucky me!). Sein altes Zimmer wird nun von Nico bewohnt. Das Haus ist von der Kapazität her nun ausgereizt. Gut, dass ein neues (Gäste-)Haus unten auf dem Grundstück gebaut wird.

Später kommen Kim, Noah und Nico wieder nach Hause. Besonders süß ist Nico mit seinen sieben Monaten. Breit grinsend -- wenn auch noch ohne Zähne -- sitzt er herum und schaut die Welt mit großen Augen an. Er kann gerade noch nicht krabbeln, aber es sieht so aus, als ob es sich nur noch um wenige Tage handeln würde, bis es los geht.

Björn und ich fahren kurz in den Ort, um noch ein paar Dinge für das Abendessen einzukaufen. Auf dem Rückweg machen wir einen kurzen Abstecher zum Strand, wo es ziemlich kühl und windig ist. Die hohe Temperatur, die ich in Auckland am Flughafen erlebt habe, hat sich nicht ganz gehalten.

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Der Strand von Raglan

Zurück in der Robertson Street lese ich das erste Mal meine Mail und verschicke das erste Foto vom Sonnenuntergang auf der Terrasse. Der Sonnenuntergang über Mt. Karioi ist jedes Mal wunderschön.

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Immer wieder zum Sterben schön: Der Blick von der Terrasse Das Estuary, ein Teil des Raglan Harbour Sonnenuntergang über Mt. Karioi

Zum Abendessen gibt es Steaks vom Grill mit Kartoffeln und Spargel. Danach ist der Tag für mich aber auch schnell zu Ende. Der Flug steckt mir doch etwas in den Knochen und eine bleierne Müdigkeit überkommt mich.


Copyright (c) 2004/2005 Alexander (reiseberichte@barmblognord.com).
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