Samstag, 28.11.2004
Hamilton, Hahei, Whititanga
Heute haben wir viel vor. Auf der Coromandel gibt es einige
Sehenswürdigkeiten, zwei davon -- die Cathedral Cove und der Hot
Water Beach -- in geringer Entfernung von Hahei. Das Frühstück
verschieben wir auf später, denn wir möchten gerne noch vor dem
großen Besucheransturm, der zu erwarten ist, die Cathedral Cove
anschauen. Wir fahren ein paar Kilometer aus Hahei heraus und
stellen den Wagen auf dem noch leeren Parkplatz ab. Hier hat man
einen großartigen Blick auf das Meer mit vielen kleinen Inseln,
die nah vor der Küste liegen.
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Coromandel Küste vor Hahei
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Die Formation oben links sind aus wie ein Knackarsch.
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An einer Aussichtsplattform wird auf Schautafeln erklärt, wie es
zu den Felsformationen in den Klippen kommt, die der Cathedral
Cove ein so markantes Aussehen verleihen. Ich finde, die
Ausgangssituation mit dem Felsspalt sieht eher aus wie ein
monsterknackiger Hintern, der langsam aber sicher alt und
unansehnlich wird. Vom Infopunkt aus dauert es noch eine knappe
Dreiviertelstunde, bis wir den Strand mit der Cathedral Cove
erreichen. Dieser "coastal arch" ist wirklich sehr
beeindruckend. Der Durchgang ist auf der einen Seite gar nicht
so groß, doch wenn man durch den Felsen durchläuft, hat man
schon das Gefühl, durch eine sehr große Halle zu gehen. Auf der
anderen Seite ist der Zugang hingegen gewaltig. Außerdem stehen
noch einige größere Felsen im Wasser, von denen man ahnen kann,
dass sie auch mal solche Bögen waren, die aber im Laufe der
sehr, sehr langen Zeit zusammengekracht sind.
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"The cave roof collapses to form an off-shore stack", wie es
auf der Beschreibungstafel hieß.
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Nach diesem Ausflug haben wir beide furchtbar großen Hunger und
machen uns auf die Suche nach etwas Essbarem zum Frühstück. Doch
bevor wir zum Eggscentric Café fahren, an dem wir am Vorabend
vorbeigekommen sind, halten wir noch kurz in Hahei an. Dort
statten wir einem Laden, der Postkarten mit Kims Bildern
verkauft, einen kurzen Besuch ab und betreiben ein wenig
Kundenpflege. Leider ist die Inhaberin (= treibende Kraft hinter
dem Laden) nicht da, aber ihr Mann erzählt uns auch begeistert,
dass die Karten weggehen wie geschnittenes Brot. Dann aber doch
auf zum Frühstück! Das Eggscentric Café liegt etwas außerhalb,
eigentlich sogar ziemlich in der Wildnis zwischen Hahei und
Whitianga Ferry Landing. Ein nettes, kleines Café in dem man gut
draußen sitzen und ein spätes und wohl erwandertes Frühstück
genießen kann.
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Leckeres Frühstück im urgemütlichen Eggscentric Café
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Das nächste Ziel des Tages ist der Hot Water Beach, auch eine
der ganz bekannten Stellen auf der Nordinsel. Unter diesem
Strand liegen einige heiße Quellen und es ist Sitte, sich hier
mittels einer mitgebrachten Schaufel sein eigenes, kleines
Thermalbad zu bauen. Das geht nur richtig gut bei Niedrigwasser,
und wir kommen leider kurz nach dem Hochwasser an. So können wir
nur einigen Unentwegten zuschauen, die trotzdem ihr Glück
versuchen, aber nicht weit kommen. Ihre Sandlöcher werden von
den Wellen immer wieder zugespült. Selbst ausprobieren wollten
wir die Quellen nicht. Dafür haben wir heute noch zuviel
vor. Denn statt faul am Strand herumzuliegen, wollen wir lieber
noch eine Wanderung unternehmen. Südlich von Thames gibt es
einen Nationalpark, in dem es einige sehr schöne Tracks geben
soll. Bis dahin ist aber noch ein gutes Stück Weg zurückzulegen,
das zu einem großen Teil aus einer Schotterstraße besteht, die
quer über die Halbinsel zur Westküste führt.
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Hot Water Beach. Leider ist die Ebbe noch nicht so weit
fortgeschritten, dass hier die privaten Thermalbäder gebuddelt
werden können.
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Nach wenigen Kilometern erreichen wir den Abzweig zur besagten
Schotterstraße. Der Road 309 ist landschaftlich sehr
spannend. Wie immer bei diesen Straßen durch Wald und Busch habe
ich den Eindruck, dass 10 Meter abseits der Straße wirklich
unberührte Natur herrscht. Die Straße windet sich von Tal zu
Berg und wieder herunter. Einmal machen wir eine kurze Pause an
den Waiau Waterworks, einem kleinen Freizeitpark mit vielen
Wasserinstallationen. Der Eintritt soll $10 Eintritt kosten, was
uns den Spaß nicht wert ist. Und da es bereits deutlich nach
Mittag ist, müssen wir uns auch ein wenig sputen, um noch genug
Zeit für die Wanderung in Thames zu haben. So kaufen wir der
Frau in dem kleinen Kassenbüro nur zwei Eis ab und fahren
weiter.
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Wer sich so etwas in den Garten baut, hat bestimmt keine
guten Erfahrungen mit Handwerkern gemacht.
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Die Fahrt an der Westküste der Coromandel nach Süden ist
landschaftlich grandios. Zwischen Meer und Bergen ist gerade mal
Platz für den Highway 25, die Küstenstraße rund um die
Coromandel. An einigen Stellen haben wir tolle Aussichten auf
den Hauraki Gulf. In der Ferne sind die Inseln vor Auckland zu
erkennen.
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Coromandel Küste und Hauraki Gulf
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Um ungefähr 16 Uhr erreichen wir Thames. Diese Stadt habe ich
von der letzten Reise noch in übler Erinnerung. Was früher mal
eine sehr lebendige Stadt mit großer Industrie war, ist heute
eine ewig lange und vor allem langweilige Einkaufsstraße. Heute
ist Sonntag, sodass die Läden auch alle geschlossen sind und die
Straße extrem trostlos wirkt. Beim Hereinfahren in die Stadt
fallen mir direkt ein paar Dinge vom letzten Mal auf: Das
Embassy Kino, das indische Restaurant, in dem ich gegessen habe,
und einige andere Läden. Der Visitor Centre hat geschlossen und
insgesamt ist hier alles vollkommen ausgestorben. Direkt hinter
dem Visitor Centre ist ein BBH Hostel, das Gateway
Backpacker. Obwohl es von außen wirklich nicht einladend
aussieht, mieten wir dort einen Twin Room für eine Nacht. So
haben wir wenigstens ein Dach über dem Kopf, als wir um halb
fünf zu unserer Tageswanderung aufbrechen.
Die Fahrt zum DOC Centre im Nationalpark dauert etwa zwanzig
Minuten. Dort bietet sich uns ein trauriges Bild: Um zu
verhindern, dass Besucher den Park befahren, ohne eine
Reservierung für einen der Campingplätze zu haben, hat man hier
neben den riesigen "Einfahrt verboten" Schildern noch eine
Sperranlage eingebaut, wie ich sie eher an Militärbasen als in
einem Nationalpark erwarten würde. Noch trauriger ist die
abgebrannte Ruine des DOC Centre, das einem Feuer zum Opfer
gefallen ist und noch nicht wieder aufgebaut wurde. Dass wir um
diese Tageszeit die einzigen Besucher sind, hilft der Anlage
auch nicht, besonders belebt auszusehen. Aber Thames und seine
Umgebung ist halt ausgestorben, daran gibt es nichts zu rütteln.
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So kann man auch sagen: "Bitte besuchen Sie vor der Einfahrt
in den Park unser Visitor Centre".
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Wir fahren ordnungsgemäß an der Einfahrtsperre vorbei, weiter in
den Park hinein. Am letzten Parkplatz vor dem Ende der
Schotterstraße parken wir den Wagen und machen uns auf den Weg
in den Wald hinein. Für eine längere Wanderung ist es schon ein
wenig spät, aber einen einstündigen Spaziergang bekommen wir
noch hin. Dabei überqueren wir einen Fluss auf der nun aber
wirklich ultimativen Donkey & Shrek Brücke: Maximum Load 1
Person. Mittlerweile machen mir diese Brücken aber nicht mehr
viel aus (sie ist auch nicht so hoch) und es macht richtig Spaß,
hier sehr zügig drüberzumarschieren.
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Die ultimative Donkey & Shrek Brücke: Maximum Load 1 Person
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Auf der anderen Seite beginnt ein sehr schöner Wanderweg mit
vielen Bergpanoramen. Hier kann man bestimmt einige sehr gute,
längere Tageswanderungen machen, doch langsam neigt sich der Tag
dem Ende, wir haben Hunger und wollen uns abends noch einem
Vergnügen hingeben, dass Björn als relativ frischer Vater sonst
kaum hat: Ein Kinobesuch.
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Gegenüber vom Embassy Theatre, in dem heute abend "Bridget
Jones: The Edge of Reason" läuft, ist das "Old Thames
Restaurant". Es macht -- wie Björn mir versichert -- den
Eindruck eines urtypischen, neuseeländischen
Kleinstadtrestaurants. Von den Räumlichkeiten nicht so gemütlich
wie das Restaurant am Vorabend, aber dafür ist das Personal
besser. Vor allem sind sie in der Lage, uns so zu bedienen, dass
wir nach einer halben Stunde gesättigt das Lokal verlassen, über
die Straße gehen und uns als fast die einzigen Gäste im großen
Saal des Embassy Theatres niederlassen. Der Saal ist an sich ein
sehr schönes Kino, aber warum sie auch hier (wie schon in dem
kleineren Saal, in dem ich vor zwei Jahren war) alte,
ausrangierte Air New Zealand Flugzeugsitze eingebaut haben, ist
mir ein Rätsel.
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Flugzeugsitze im Kino.
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